Bericht 2015

juenger verbindet

15.11.2015 (Gelsenkirchen): In diesem Jahr fand der Jugendevent der Evangelischen Jugend von Westfalen „Himmel-ah-ja“ in der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen vom 13. bis 15. November zum vierten Mal statt. Unter dem Motto „juenger verbindet“ nahmen 250 junge Teilnehmende an vielfältigen Workshops, Bühnenprogramm und einem Jugendgottesdienst teil.

Aus den Boxen der gut gefüllten Aula der Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck schallen die Worte: „Himmel-ah-ja 2015 ist hiermit eröffnet!“. 500 Hände schnellen jubelnd in die Höhe - der Auftakt zu einem bewegten Wochenende.
Locker und humorvoll führte das vertraute Moderatoren-Team der letzten Jahre, Hendrik Meisel, Ilka Papajewski und Denise Ratzkowski, die rund 250 Teilnehmenden durch das vielseitige Programm des Wochenendes.
Zum vierten Mal hatte die EJKW (Evangelische Jugendkonferenz von Westfalen), der Zusammenschluss der Jugend der Evangelischen Kirchenkreise und der Verbände innerhalb der EKvW (Evangelische Kirche von Westfalen) zu diesem überregionalen Jugendtreffen eingeladen.

Buntes Programm
Lisa (16), Kathi (16), Annika (18) und Sarah (16) aus Herne, einem der 15 vertretenen Kirchenkreise, sind sich einig: „Das Tolle ist hier, dass man auf Gleichgesinnte trifft und in der Gemeinschaft eine Menge Spaß hat“.
Die 16-jährige Jana fand die Workshops für sich besonders interessant. „Es ist klasse, Verschiedenes ausprobieren zu können. Dabei kann man Etliches für sich mitnehmen“, so Jana. Aus 25 verschiedenen praxisorientierten Angeboten konnte gewählt werden und besonders gefragt waren die Workshops „Action-Painting“, „Mit Handicaps leben“ und „Improvisationstheater“. Auch das Angebot „Training gegen Vorurteile und Diskriminierung“ von Lenard Suermann von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und Mitarbeiter des Amtes für Jugendarbeit der EKvW war gut besucht. „Bei uns wurde der Frage nachgegangen, wie Vorurteile überhaupt funktionieren, was es heißt, selbst diskriminiert zu werden und wie wir selbst zu einem nicht-diskriminierenden Miteinander beitragen können. Einige waren schon überrascht, auch bei sich selbst Vorurteile zu entdecken, mit denen sie durchs Leben gehen“, so Suermann nach der Trainingsphase.

Ein weiteres Highlight war für viele der Bühnenbeitrag von Radieschenfieber. Die Besucher verfolgten gespannt und amüsiert die Darbietung des aus Stuttgart stammenden Matthias Jungermann, der mit Hilfe von Lauchstangen, Ingwerknollen und Brokkoli das Gleichnis des Barmherzigen Samariters nachstellte.
Auch musikalisch wurde einiges geboten. Den Bands Knarbengrouwern aus Witten und Teelicht aus Bergkirchen gelang es immer wieder, die Menge ordentlich in Bewegung zu bringen und sie inspirierten zum Mitsingen.

Zeigen, dass es anders geht
Mitten in das bunte Treiben sickerten am späten Freitagabend die Meldungen von den Terroranschlägen in Paris. Die Betroffenheit war deutlich spürbar. „Das ist schon heftig und traurig. Wir haben hier Spaß und andere trauern gerade um ihre Angehörigen. Und das Motto „juenger verbindet“ ist da ein krasser Gegensatz. Aber wir wollen ja auch gerade gegen Hass und Gewalt arbeiten und zeigen, dass es auch anders geht“, kommentierte Lisa die Geschehnisse. Spontan wurde das Programm umgestellt und die Event-Gäste gedachten den Opfern des Terrors mit einer Schweigeminute. In der anschließenden Workshopphase gelang es den Besuchern, den Blick dann wieder nach vorne zu richten und sich durch das interessante Angebot bereichern zu lassen.

Jugendgottesdienst wie er sein soll
Das Team der Jugendkirche Luca aus Bielefeld lieferte am Samstagabend einen unterhaltsamen und gleichzeitig besinnlichen Gottesdienst, wie er für junge Menschen sein sollte. Aktiv, lustig, spielerisch, mit Tiefgang und mit viel Musik wurde sich mit der Löffelliste beschäftigt. Dies ist eine Liste, die festhält, was man in seinem Leben noch gemacht haben möchte, bevor „man den Löffel abgibt“.

Für sich und für andere
„Der Evangelischen Jugend ist es ein stetiges Anliegen, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern auch ganz praktisch Hilfe für Menschen in Not zu leisten. Ein Event mit viel Spaß und Ausgelassenheit schließt das Engagement für andere nicht aus“, so die Koordinatorin des Jugendtreffens vom Amt für Jugendarbeit der EKvW, Meike Zeipelt. Aus diesem Grund stand am Sonntag ein weiterer Punkt auf dem Programm. Die Teilnehmenden sammelten in einer spielerischen Kollektenaktion 357 Euro für die Arbeit mit Geflüchteten der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Speziell für dieses Thema wurde ein Rap erarbeitet, der von Hannes Lage und Hendrik Meisel erstmals öffentlich präsentiert wurde. In dem Zusammenhang wurde auch die kürzlich von der Evangelischen Jugend von Westfalen veröffentlichte Broschüre „Junge Geflüchtete in der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ aufgenommen, die bereits in einer zweiten überarbeiteten und ergänzten Auflage erschienen ist.

„Ich bin begeistert von der guten Stimmung und des großartigen Interesses der Teilnehmenden, auch für die inhaltlichen Angebote des Wochenendes“, so Erich Reinke aus Iserlohn, Vorsitzender der Evangelischen Jugendkonferenz von Westfalen und Mitorganisator der Veranstaltung zufrieden. Reinke weiter: „Es macht einfach Spaß durch tolle Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen einen solchen Event auf die Beine zu stellen“.